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Warentracking für einfachen, schnellen und sicheren Handel

DHL SmartTruck: kennt seine Ladung

Der „DHL SmartTruck“, gemeinsam von DLR mit DHL Solutions & Innovation entwickelt, soll Zustellung und Abholung schneller, zuverlässiger und transparenter machen.

© DPDHL Group

Die Idee: Von jedem Paket soll der aktuelle Standort jederzeit bekannt sein. Dafür ist auf jedem Paket ein RFID-Tag aufgeklebt, in dem die Sendungs-ID gespeichert ist. Das Zustellfahrzeug selbst ist mit RFID-Antennen ausgestattet. Der SmartTruck weiß, welche Pakete er an Bord hat und sendet deren Daten gemeinsam mit seiner metergenauen Position an den zentralen Server, wo die Versender sie abrufen können. Der Effekt: Empfänger erhalten eine wesentlich genauere Information als „Sendung in Zustellung“ und können ihren Tag ggf. besser danach ausrichten.

RFID-Tags geben „grünes Licht“, wenn alle Pakete an Bord sind.
© DPDHL Group

Das DLR an Bord des „Smart Truck“

Um die Zustellung prinzipiell zu beschleunigen, hat der Smart Truck eine neuartige Tourenplanungs-Software an Bord, die die Express-Fahrzeuge an innerstädtischen Staus vorbeinavigiert. Das System funktioniert mit „Floating Car Data“ (FCD) und wurde von Forschern des DLR entwickelt. In Berlin werden dazu die Bewegungs- und Stauprofile von Taxen in Echtzeit an einen Zentral-Server gesendet. Aus diesen Daten lässt sich ablesen, wo der Verkehr stockt und die Route des „Smart Truck“ wird noch während des Transports angepasst.

Xcit'ID: bringt Impfstoffe sicher in die Hitze. Beim Transport von Impfstoffen, zum Beispiel nach Afrika, kann die Unterbrechung der Kühlkette in kurzer Zeit Millionenwerte vernichten. Temperatur-Logger im Container verzeichnen zwar, dass die Ware nicht mehr in Ordnung ist, allerdings werden sie erst bei der Ankunft bzw. beim Entladen ausgelesen. Das ist vor allem für die Menschen, die das Serum benötigen, zu spät. Das Ziel von Xcit'ID: Echtzeit-Tracking mit Datenloggern und -sendern in den Paketen oder Paletten sowie Empfänger und Sender an den Containern selbst: Ständige Überwachung von Position und Zustand der Ware. Deuten sich gefährliche Abweichungen an, kann vielleicht noch rechtzeitig eingegriffen und Ware (und Menschen) gerettet werden.
Regale, die sich selbst wieder auffüllen. Verfügt jede einzelne Ware über einen RFID-Chip, können RFID-Empfänger beim Wareneingang, an den Regalen und an der Kasse automatisch erkennen, wo gerade wieviel Ware vorrätig ist. So können Händler automatisch Ware nachbestellen. Im Zentrallager wiederum tragen die Mitarbeiter einen RFID-Handschuh: Er erkennt, ob der Mitarbeiter das richtige Paket am richtigen Ort in der Hand hält.

© 2015 Würth Industrie Service GmbH & Co. KG

Durchblick im Baustellen-Chaos. Auf der Baustellen weiß oft niemand so ganz genau, wieviel Baumaterial noch vorhanden ist – oder wo es gerade herumliegt. Was wird eigentlich noch gebraucht und wann sollte nachbestellt werden, damit es rechtzeitig eintrifft? Damit der Bau nicht stockt, werden zum Beispiel im „Netzwerk Elektronischer Geschäftsverkehr“ Tracking-Lösungen entwickelt. Das DLR beteiligt sich daran als Projektträger und gehört zu den RFID-Pionieren.

© Wikipedia/Ernstl

Sicherheit für Gefahrgut-Transporte. Straße, Schiene, Schiff – Gefahrgut wird auf vielen Wegen transportiert. Seine Position kann einfach getrackt werden. Die von der ESA geförderte Machbarkeitsstudie SSMART geht einen Schritt weiter, denn auch die „vitalen“ Daten von Fahrzeug oder Schiff sollen erfasst werden: Droht ein Reifen zu platzen? Schlägt die Müdigkeitserkennung des LKW Alarm? Leckt das Schiff oder ist es auf Kollisionskurs? Rollt der Zug zu schnell durch eine gefährliche Baustelle? „Kluge“ Systeme schlagen Alarm, bevor etwas geschieht. Im Notfall werden automatisch die zusätzlich erforderlichen oder speziell ausgebildeten Hilfs- und Rettungskräfte alarmiert.

© benjaminnolte/Fotolia.com

Containerverfolgung per Satellit: RTICM

Das mit Unterstützung der ESA entwickelte RTICM (Real Time Intelligent Cargo Monitoring) ist ein innovatives Containerverfolgungs- und Monitoringsystem. Es ermöglicht die Ortung des Containers. Zugleich können durch ein drahtloses Sensoren-Netzwerk Zustände der transportierten Waren innerhalb des Containers gemessen werden, egal wo sich dieser gerade befinden: Auf einem Betriebshof, per LKW „on the road“, auf Schiene oder auf See. Die Daten werden per Satellit (Iridium) bzw. Bodenstationen (GSM) übermittelt. Das Tracking erfolgt dann per Software, die auch den Weg und die Geschwindigkeit erkennt.

Das System ist vor allem für hochwertige Waren interessant: Wenn auf See ein Container einen Alarm auslöst (z. B. wegen plötzlich erhöhter Luftfeuchtigkeit), können Maßnahmen eingeleitet werden, um die Auswirkung zu mildern (Waren frühzeitig erneut verschicken oder Empfänger über einen evtl. Schaden frühzeitig informieren). Auch zur Bewertung von Schadensfällen durch Versicherungen, können die aufgezeichneten Daten herangezogen und nachträglich ausgewertet werden. Vor allem bietet das Tracking einzelner Container erstmals die Chance, Lieferketten bis ins Detail zu überwachen und Probleme schneller zu erkennen.

Die Technik:

  • Im Container: Drahtloses Netzwerk und Sensoren für Feuchtigkeit, Temperatur, Licht, Erschütterung, Türöffnung
  • Container-Außenseite: Sende- und Empfangseinheit für Satellitennavigation (GPS), GSM (Handynetz) und Iridium-Satellitentelefon in einem magnetischen Gehäuse
  • Befindet sich der Container tief im Bauch des Schiffs und ist ohne Satellitennavigations-Empfang, wird zur Standortbestimmung das AIS-Signal des Schiffs per Satellit empfangen und ausgewertet
  • Monitoring-Software: Verknüpfung mit AIS-Daten, Tracking und Monitoring

Entwicklungspartner des Systems sind
arviem (Schweiz)
LuxSpace Sàrl (Luxemburg)
OHB Teledata (Deutschland)
megatel (Deutschland)

Flugzeug-Ortung aus dem All:
mit "ADS-B over Satellite"

Flugzeuge lassen sich sehr gut orten – vom Boden aus. Ist aber keine Empfangsstation für die Flugzeugkennungs-Sender (Automatic Dependance Surveillance, ADS-B) in Reichweite, oder ist in der Region kein Radar aktiv, ist das Flugzeug „unsichtbar“. Das ist dann besonders gravierend, wenn ein Flugzeug auf hoher See verschwindet, und die letzten Positionsdaten sehr alt sind: Wo soll nun die Suche beginnen?

© DLR

Das System ist auch für Fracht interessant, denn im Frachtraum hat der Satellitennavigations-Empfänger eines Paketes keinen Empfang. Ein Handynetz für Alarmmeldungen indes ist an Bord von Flugzeugen bisher die Ausnahme.

Seit 2013 ist der ESA-Satellit PROBA-V in seinem 820-km-Orbit – und mit ihm ein Empfänger für die ADS-B-Signale von Flugzeugen. „ADS-B over Satellite“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des DLR-Instituts für Raumfahrtsysteme und des DLR-Instituts für Flugführung in Kooperation mit dem Luxemburger Partner SES TechCom.

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